Mit "Phoenix" schickt die Nasa eine neue Sonde zum Mars - um
endlich die Frage zu beantworten: Gibt es dort Leben? Die Mission der
Sonde: das Wassereis des Planeten auf Spuren von Mikroorganismen
untersuchen.
Europa denkt über eigene Weltraummissionen nach: Bei der ersten
gemeinsamen Konferenz zur "Erforschung des Alls" von EU und der
europäischen Weltraumbehörde ESA wollen Vertreter aus 29 europäischen
Ländern über ihre Zukunftspläne beraten. "Bis jetzt ist die EU/ESA
komplett abhängig von internationalen Partnern, um seine Astronauten
ins All zu schicken", sagte Günter Verheugen, Vize-Präsident der
EU-Kommission, zum Auftakt der Konferenz nahe Prag.
Verheugen verwies auf die Bedeutung der Raumfahrt für Klimaschutz,
Sicherheit und Wissenschaft, sie sei "Symbol für Leistungsvermögen und
Prestige". Künftig würden bemannte und unbemannte Missionen bis hinter
den Mond Richtung Mars reichen. Europa solle dabei seine eigene Rolle
prüfen, sagte Verheugen, "EU und ESA sind herausgefordert, ihre
Strategie in Hinsicht auf die menschliche Erforschung des Weltalls im
21. Jahrhundert zu definieren."
Sonde fotografiert Reste der Apollo-Missionen
Rechtzeitig zum 40. Jahrestag der ersten Mondlandung hat die NASA , Bilder veröffentlicht, die die Mondsonde
Lunar Reconnaissance Orbiter von den Landestellen der
Apollo-Missionen
gemacht hat. Fotografiert wurden fünf der sechs
Apollo-Landestellen.
Künftige Aufnahmen sollen noch eine deutlich bessere Auflösung haben.
Nahe Begegnung
Mit knapp 24.000 Kilometern pro Stunde ist ein kleiner Asteroid am
Mittwoch knapp an der Erde vorbeigerast. Das Objekt mit der Bezeichnung
2009 FH passierte den blauen Planeten um 13.17 Uhr (MEZ) in nur rund
80.000 Kilometern Entfernung, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA in
Pasadena (Kalifornien) bestätigte. Das ist nur gut doppelt so weit wie
der Orbit geostationärer Satelliten und entspricht rund einem Fünftel
der Entfernung zum Mond. Ein Kollisionsrisiko habe jedoch zu keiner
Zeit bestanden und sei auch in Zukunft nicht absehbar, betonte die
NASA.
Der Asteroid, dessen Durchmesser auf 13 bis 29 Meter geschätzt wird,
könnte bei einem Einschlag eine ganze Stadt verwüsten. Es ist bereits
die zweite nahe Begegnung der Erde mit einem solchen Objekt in diesem
Monat: Am 2. März war der rund 30 Meter große Asteroid 2009 DD45 in
etwa derselben Entfernung an der Erde vorbeigeflogen.
In einer Entfernung von nur rund 70.000 Kilometern ist am Montag dem 2 März, ein
neu entdeckter Asteroid an der Erde vorbeigerast. Den Durchmesser des
Brockens mit der Bezeichnung 2009 DD45 schätzen Forscher auf 21 bis 47
Meter, wie die US-Weltraumbehörde NASA auf ihrer Internetseite
mitteilte. Dies entspricht etwa der Größe des Asteroiden, der mit dem
sogenannten Tunguska-Ereignis vom 30. Juni 1908 in Zusammenhang
gebracht wird. Damals wurde in Sibirien auf mehr als 2000
Quadratkilometern 80 Millionen Bäume umgeknickt - als Ursache wird die
Explosion eines Asteroiden vermutet, die eine Druckwelle mit der
Sprengkraft hunderter Hiroshima-Atombomben auslöste.
Der erst kurz zu vor von Australien aus entdeckte kosmische
Kleinkörper 2009 DD45 passierte die Erde in gerade mal einem Fünftel
der Mondentfernung. Die Gefahr eines Einschlags auf unserem Planeten
bestand nicht. Wissenschaftler schätzen, dass ein Brocken dieser Größe
etwa alle tausend Jahre mit der Erde kollidiert. Erst im vergangenen
Oktober war ein allerdings deutlich kleinerer Asteroid als Feuerball
über dem Sudan niedergegangen. Dieser Brocken mit wenigen Metern
Durchmesser war erst einen Tag zuvor entdeckt worden.
Von der Erde aus gesehen zog 2009 DD45 bei seiner größten Annäherung
als nur in Teleskopen erkennbares Lichtpünktchen durch das Sternbild
Jungfrau, das in unseren Breiten zu diesem Zeitpunkt weit unter dem
Horizont stand. "Asteroiden der Größe von 2009 DD45 ziehen ziemlich
regelmäßig an der Erde vorbei", sagte der Planetologe Alan Harris vom
Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt der Nachrichtenagentur AFP.
"Zu einer Kollision kommt es nur selten."
Kleinere Asteroiden wie 2009 DD45 gibt es im All demnach
deutlich häufiger als die großen Brocken mit Durchmessern von mehreren
hundert Metern oder gar im Kilometerbereich. "Je kleiner die Objekte
sind, desto mehr davon gibt es", sagte der Wissenschaftler vom Institut
für Planetenforschung in Berlin. "Bei den kleineren Brocken handelt es
sich um Bruchstücke von Kollisionen, die sich im Hauptasteroidengürtel
zwischen Mars und Jupiter abgespielt haben."
Kosmische Geschosse mit einem Durchmesser bis zu 50 Metern verglühen je
nach ihrer Zusammensetzung in der Regel in der Erdatmosphäre. "Größere
können auf jeden Fall gefährlich werden", unterstrich Harris. Mit dem
Einschlag eines Ein-Kilometer-Brockens ist laut NASA einmal im mehreren
hunderttausend Jahren zu rechnen. Seit Jahren nehmen Astronomen die
Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asterioden auf dem Anflug
möglichst frühzeitig zu entdecken. Erwartungsgemäß haben sie dabei eine
Fülle erdnaher Objekte entdeckt, sogenannte NEOs. Zu ihnen zählt nun
auch 2009 DD45.
Einschläge von Asteroiden oder Kometen sind ausgesprochen
selten, in der langen Geschichte des Sonnensystems aber dennoch nichts
Ungewöhnliches. Dies beweist ein Blick auf die kraterzerfurchten
Oberflächen von Mond, Merkur und Mars. Auch auf der Erde gab es schwere
Einschläge: So donnerte vor 15 Millionen Jahren ein kilometergroßer
Brocken auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der
heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Vor 65 Millionen Jahren schlug
ein etwa zehnmal so großer Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel
Yukatan ein. Der Einschlag löste einen abrupten Klimawandel aus und
führte höchstwahrscheinlich zum Aussterben der Dinosaurier.
Für alle Astronomie- und Weltraumbegeisterten sollte das
neue Jahr etwas ganz Besonderes werden: Die Internationale Astronomische Union
(IAU) und die UNESCO haben 2009 nämlich zum Internationalen Jahr der Astronomie
erklärt. Der offizielle Startschuss für zahlreiche Aktionen fällt Mitte Januar
in Paris. Auch in Deutschland sind unzählige Aktionen geplant.
Die offizielle Eröffnungszeremonie wird am 15. und 16. Januar 2009 in Paris
stattfinden. Doch viele Länder werden "ihr" Astronomiejahr mit einer eigenen
Eröffnungsveranstaltung begehen - für Deutschland etwa wird sie am 20. Januar
2009 im Museum für Kommunikation in Berlin stattfinden. Seit Monaten arbeiten
zudem professionelle Astronomen, Volkssternwarten und Astrovereine und viele
weitere Helfer Hand in Hand, um das Jahr 2009 auch in Deutschland, Österreich
und der Schweiz zu einem für alle Sternenfreunde guten Jahr zu machen. weiter...... Link zur IAU
Forschen für besseres Leben im All
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt bietet
Absolventen naturwissenschaftlicher Studiengänge, der Psychologie und der Sport-
und Ernährungswissenschaften jetzt insgesamt 13 Promotionsstipendien an. Im
Rahmen des Programms "SpaceLife" soll interdisziplinär in renommierten
Wissenschaftlergruppen über unterschiedliche Themen geforscht werden.
Bewerbungen sind noch bis Ende Januar möglich.
Das Ziel des Pierre Auger-Projekts ist die Untersuchung der
höchstenergetischen kosmischen Strahlung. Experimentelle Beobachtungen
von kosmischen Teilchen mit Energien von mehr als 1020
eV stellen ein fundamentales Rätsel der modernen Physik dar. Mehr als
250 Wissenschaftler der Pierre Auger-Kollaboration aus 16 Ländern
hoffen, dieses Rätsel mit zwei sehr großen Detektoranlagen zu lösen.
Ein Detektor des Pierre-Auger-Observatoriums mit den Anden im Hintergrund
In der Kosmischen Strahlung
gibt es Teilchen mit extrem hohen Energien, deren Quellen als auch ihre
Ausbreitung bis zur Erde ein zentrales Rätsel der modernen Wissenschaft
darstellen. Da die Teilchen nur sehr selten auftreten (ca. ein Teilchen
pro Quadratkilometer und Jahrhundert), sind besonders große
Detektoranlagen für die Untersuchung erforderlich.
Das Pierre Auger-Observatorium,
dessen südliche Detektorinstallation in Argentinien gegenwärtig
aufgebaut wird, ist die größte dieser Anlagen zur Messung kosmischer
Strahlen. Dabei wird ausgenutzt, dass hochenergetische Teilchen
Kaskaden von Sekundärteilchen, so genannte ausgedehnte Luftschauer, in der Erdatmosphäre erzeugen,
die mit verschiedenen Methoden beobachtet werden können.
Schon
während des Aufbaus werden Daten mit dem südlichen Auger-Observatorium
aufgenommen. Die Auswertung dieser ersten Daten hat zu grundlegenden
neuen Erkenntnissen geführt.
Mit einem neuen Messverfahren wollen Wissenschaftler winzige
Geschwindigkeitsänderungen im Universum messen. Jetzt erprobte ein
internationales Forscherteam erstmals die neue Methode, die bald auch die
Entdeckung erdähnlicher Planeten und die direkte Messung der beschleunigten
Ausdehnung des Universums ermöglichen könnte.
Sternenlicht in
der Farbanalyse: Das Licht, das Teleskope
sammeln, wird über eine Glasfaser zum
Spektrografen geleitet und dort in seine
einzelnen Farben aufgefächert. Der Vergleich mit
dem Frequenzkamm - zu erkennen als Linien mit
regelmäßigem Abstand - ermöglicht es, die Farbe
genau zu bestimmen.
Bild: ESO
Der technische Aufwand für den Beschleunigerring übertrifft alles
Bisherige. Wunderwerke moderner Technik sind die fast sechs Stockwerke
hohen Nachweisgeräte, welche die bei den Proton-Proton-Kollisionen
entstehenden Myriaden Teilchen registrieren und auf ihre Eigenschaften
hin vermessen sollen.